Ich bin Melanie Dellenbach (sie/ihr) von Yes2Bodies und ein Gründungsmitglied / Teammitglied von Body Respect Schweiz. Ich bin eine dicke Schweizerin und lebe gemeinsam mit meinem Mann und meiner Tochter nahe der wunderschönen Hauptstadt Bern.


Vor vielen Jahren bin ich aus dem Teufelskreis der Diäten ausgestiegen und habe aufgehört, mein Leben auf später zu verschieben. 2011 habe ich einen Schweizer Plus Size Fashion Blog gegründet, welchen ich vier Jahre lang führte. Während einem Jahr in den USA (San Francisco) habe ich Health At Every Size (HAES®) kennen gelernt und die Bewegung des Fettaktivismus.
Im Sommer 2019 habe ich Yes2Bodies gegründet mit dem Ziel, einen ersten Workshop und eine Homepage mit Ressourcen zu erstellen. Aus dem Workshop wurde eine kleine Community und bald war klar, dass meine Vision grösser ist und wir hier in der Schweiz eine Community-basierte Bewegung brauchen. Nach vielen Gesprächen und einem langen Prozess ist daraus Body Respect Schweiz entstanden. 

Was bedeutet Body Respect für dich?

Body Respect ist (m)ein Grundrecht! Und für Body Respect für alle setze ich mich jeden Tag ein.

Was bringst du ins Body Respect Team mit, was ist deine Aufgabe?

Ich bringe Body Respect Schweiz mein Wissen und meine Erfahrungen, die ich in den letzten 10 Jahren und speziell auch mit Yes2Bodies sammeln durfte. Ich habe ein breites Fachwissen im Bereich Gewichtsstigmatisierung, aus meiner aktuellen Ausbildung zum Body Trust® Provider und Weiterbildungen im Bereich Gesundheitsförderung.
Meine Arbeit ist geprägt von meiner Erfahrung als dicke Frau und Mutter und von meiner medizinischen Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF. 

Ich durfte bereits mit vielen Europäischen und Schweizer Aktivist*innen an Projekten zusammenarbeiten und das Thema Body Respect und Gewichtsstigmatisierung in die Schweiz bringen. Meine Aufgabe bei Body Respect Schweiz ist das Vernetzen, Träumen, Visionieren und das Organisieren von Projekten.

Was sind deine Ziele im Hinblick auf Body Respect?

Mein bescheidenes Ziel: In der Schweiz zusammen mit dir eine neue Kultur von Körperrespekt zu gestalten und die Schweiz zum Thema Gewichtsdiskriminierung zu sensibilisieren. Mein Wunsch: Das Thema Body Respect und Gewichtsstigmatisierung ist in allen Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialbereich verankert und es werden Möglichkeiten geschaffen, damit sich dicke Menschen gegen die Diskriminierung wehren können.
Ich bin bin überzeugt: Um eine neue Kultur von Body Respect zu schaffen, benötigen wir eine Community!

Wie würde eine Kultur von Body Respect aussehen und was würde sich dadurch für dich verändern?

Ein respektvoller Umgang und eine diskriminierungsfreie Teilhabe in der Gesellschaft ist unser aller Grundrecht. Wir könnten so viel in der Schweiz erreichen, wenn alle von uns ihre Geschenke mit einbringen können! Eine Kultur von Körperrespekt würde für mich jeden Tag einfacher machen, denn ich müsste meine Energie nicht für tägliche Mikroaggressionen verschwenden.

Weshalb findest du Body Respect Schweiz wichtig?

Ich will, dass sich meine Tochter in ihrem Körper sicher, respektiert und in Frieden fühlen kann.
Wir müssen uns als Community stark machen, damit die Schweiz das Thema Gewichtsdiskriminierung angeht: Durch Studien in der Schweiz sollen Aktionspläne oder vergleichbare Massnahmen zur Prävention und für die Sensibilisierung für Gewichtsdiskriminierung im Schweizer Gesundheitswesen und in der Gesellschaft erarbeitet werden.

Gibt es Bücher, Filme oder Aktivist*Innen die dich geprägt haben und die du gerne weiterempfehlen willst?

Es ist ein grosses Privileg, vom Wissen von ganz vielen Fett Aktivist*innen aus der ganzen Welt lernen zu dürfen.

Ein grosses Vorbild für mich ist die Arbeit der Body Respect Aktivistin Sigrun Danielsdottir und Body Respect Island. Nach ihrem Vorbild ist Body Respect Schweiz entstanden.

Von der Pionierarbeit im deutschsprachigen Bereich durch die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung in Deutschland profitiere ich sehr. Als Fachperson greife ich immer wieder auf die Bücher und Artikel von Dr. Friedrich Schorb zurück und den Deutschen und Englischen Fat Studies Reader zurück.

Meret Boxler hat mich und meine Arbeit geprägt, mit ihrem Podcast, mit ihrer Freundschaft und in vielen Telefongesprächen.
Meine Lehrer Hilary Kinavey und Dana Sturtevant von BeNourished und mein Body Trust® Cohort sind eine grosse Inspiration.

Meine Bücherliste ist lang, deshalb nur drei Favoriten: “The Body Is Not an Apology: The Power of Radical Self-Love” von Sonya Renee Taylor (Englisch) und “Happy Fat” von Sofie Hagen (in Deutsch und Englisch). Zu diesem Buch machen wir im Mai einen Buchclub.
Als Fett-Aktivistin ist auch das Buch “Fat Activism: A Radical Social Movement” von Charlotte Cooper ein sehr wichtiges Buch für mich.

Wo findet man mehr über dich und deine Angebote?

Alles über meine Arbeit als Workshop-Leiterin zum Thema Gewichtsstigmatisierung und -diskriminierung und über Body Respect from within und meine Projekte findest du auf  der Yes2Bodies Homepage und auf Instagram Yes2Bodies

Unter melanie@bodyrespect.ch kannst du mir direkt eine Mail schreiben.