Ich bin Sandra Hafner (sie/ihr), bin Soziologin und wohne in Basel.
Ich habe in Bildungssoziologie promoviert und bin in diesem Bereich in Forschung und Lehre tätig. Aufgewachsen bin ich in Graubünden, wo ich gerne ab und zu am Wochenende meine Familie besuche und meinen Bündner Dialekt praktiziere (Skifahren und Bündner Nusstorte sind aber gar nicht meins).


Ich lache, philosophiere, recherchiere und schlafe gerne. Meine Freizeit verbringe ich mit Spaziergängen am Rhein, Plauderstündchen mit Lieblingsmenschen oder mit einem guten Film oder Buch gemütlich auf der Couch.

Mein natürliches Körpergewicht habe ich lange gewaltsam unterdrückt. Ende 2020 habe ich mich entschieden, der Diätkultur radikal den Rücken zu kehren. Ich habe meinem Körper die Regie übergeben und begonnen ihn so zu akzeptieren, wie auch immer er sein möchte, wenn ich mein Leben lebe. 

Bei meinen Recherchen hat mir gedämmert, wie sehr unsere Gesellschaft von Dickenfeindlichkeit, Gewichtsstigmatisierung und Diätkultur durchzogen ist. Auf der Suche nach Menschen, die sich hier in der Schweiz mit diesen Dingen beschäftigen, bin ich auf Body Respect Schweiz gestossen. The rest is history.

Was bedeutet Body Respect für dich?

Body Respect bedeutet für mich auf individueller Ebene, dass ich meinen Körper für all die wunderbaren Dinge respektiere, die er tagtäglich leistet und die er mir zu erleben ermöglicht. 

Auf gesellschaftlicher Ebene ist bedeutet Body Respect für mich soziale, rechtliche und politische Gleichstellung hochgewichtiger Menschen und weiterer aufgrund von körperlichen Merkmalen benachteiligter Gruppen. 

Was bringst du ins Body Respect Team mit, was ist deine Aufgabe?

Als Soziologin bringe ich mein Fachwissen zu gesellschaftlichen Prozessen, Dynamiken und Strukturen sowie Chancengleichheit und Diskriminierung ein. Ich betrachte Phänomene wie Gewichtsdiskriminierung, Diätkultur und Dickenfendlichkeit mit einer soziologischen Brille. 

Es macht mir viel Freude, für Body Respect Schweiz wissenschaftliche Studien zum Thema zu lesen, Hintergründe zu recherchieren, Texte zu schreiben und zu lektorieren. Ausserdem unterstütze ich das Team in organisatorischen Belangen und auf Social Media.

Was sind deine Ziele im Hinblick auf Body Respect?

Da ich u.a. in der Ausbildung von Lehrpersonen tätig bin, ist es mir ein besonderes Anliegen, das Thema Body Respect in Hochschulen, Schulen und speziell in die Ausbildung von Lehrpersonen und Fachkräften im Sozial- und Bildungswesen einzubringen und in Form von Aus- und Weiterbildungsprogrammen zu institutionalisieren. Körpervielfalt soll ein sichtbarer Teil des öffentlichen Diskurses sein und als Diversitätsaspekt anerkannt werden. Dazu brauchen wir eine starke, lebendige Community von Menschen, die sich für diese Anliegen einsetzen. 

Wie würde eine Kultur von Body Respect aussehen?

Körpervielfalt würde ganz selbstverständlich wertgeschätzt und niemand mehr würde aufgrund seines Körpers diskriminiert, benachteiligt oder abgewertet. Wir hätten alle wesentlich mehr Zeit und Energie für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.

Was würde dadurch für dich verändern?

Ich würde nicht mehr das Gefühl haben, meine körperlichen Veränderungen erklären oder rechtfertigen zu müssen. Ich wäre viel mutiger bei der Auswahl meiner Outfits. Ich könnte endlich wieder fernsehen oder Zeitschriften lesen, ohne bei jedem dritten Satz dickenfeindliche Botschaften zu lesen oder das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass man an meiner Körperform eigentlich etwas ändern müsste.

Weshalb findest du Body Respect Schweiz wichtig?

In der Schweiz sind wir momentan noch viel zu wenig sensibilisiert für Themen wie Gewichtsdiskriminierung und Körpervielfalt. Es schwirren viele Fehlannahmen und Vorurteile herum. Ich wünsche mir, dass durch die Arbeit von Body Respect Schweiz den nachfolgenden Generationen ermöglicht wird, ihr Leben möglichst frei von Gewichtsdiskriminierung, Diätwahnsinn und Körperscham zu leben und in einer Kultur von Körper-Respekt aufzuwachsen.

Gibt es Bücher, Filme oder Aktivist*Innen die dich geprägt haben und die du gerne weiterempfehlen willst?

Mein Bücherstapel ist gross. Empfehlenswert: „Happy Fat“ von Sophie Hagen; „Body Respect“ von Lindo Bacon und Lucy Aphramor; „Anti-Diet“ von Christy Harrison; „The Body is not anpology“ von Sonya Renee Taylor und „Riot, don’t diet“ von Elisabeth Lechner.

Filme: „Behind the Before and After“ von The UnDiet Collective (Youtube).

Aktivist:innen: Melanies Arbeit, ihr grosses Wissen und ihr kraftvolles Engagement haben mich sehr beeindruckt, mitgerissen und mir viele spannende neue Einsichten und Erkenntnisse gewährt. Im Weiteren haben mich Summer Innanen bezüglich Körperbild und Tabitha Farrar im Hinblick auf „neural rewiring“ bei meiner Abkehr von der Diätkultur praktisch und mit konkreten Handlungsempfehlungen sehr unterstützt. Denn manchmal möchten wir ja gerne – aber wir wissen nicht, wie. 

Wo findet man mehr über dich und deine Angebote?

Du findest mich auf meinem privaten Instagram-Kanal @sandra__hafner

Unter sandra@bodyrespect.ch kannst du mir gerne jederzeit eine E-Mail schreiben.